Verfasst am 25. 6. 2015, aktualisiert am 10. 7. 2015.

30 Insider-Tipps für professionelles Design.

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Was muss bei guter Kommunikation beachtet werden? Wie erreicht man gute Mikrotypografie? Diese kleine Checkliste hilft, ein sinnvoll gegliedertes und schnell zu erfassendes Druckprodukt zu erstellen. 30 Tipps für ein professionelles Design aus zehnjähriger Erfahrung in der Druckvorstufe.

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Typografie

  1. Suche dir eine Schrift mit großem Zeichenvorrat, damit du zwischen Versal- und Mediävalziffern unterscheiden kannst. Dies ist wichtig, wenn du Ziffern ihrem Zweck nach einsetzen willst.
  2. Verwende nicht zu viele verschiedene Schriftschnitte oder gar Schriftfamilien. Dies wirkt schnell unübersichtlich und unaufgeräumt. Früher haben die Setzer scherzhaft von Schriftmusterbüchern gesprochen, wenn ein Druck-Erzeugnis mit zu vielen Schriftarten versehen war.
  3. Verwende nicht zu viele verschiedene Schriftgrößen. Hierarchien müssen klar erkennbar sein und dürfen den Leser nicht irritieren oder überfordern. Nur dann ist er in der Lage, die Gestaltung schnell zu verstehen und die Informationen schnell zu erfassen.
  4. Korrigiere die Position von Klammern und @-Zeichen. In Adobe InDesign geht das am besten mit einem GREP-Stil. Hier kommt es auf die Qualität der verwendeten Schrift an.
  5. Entferne doppelte Leerzeichen. Das geht am einfachsten über eine Suchen-Ersetzen-Funktion.
  6. Wenn du mit Versalien arbeiten willst, solltest du dir eine Schrift mit Versal-SZ suchen, damit du nicht aus einer »Straße« eine »STRASSE« machen musst. Moderne Schriften sind oftmals schon mit einem Versal-SZ ausgestattet.
  7. Wenn du deutschschreibende Autoren außerhalb Deutschlands hast, achte darauf, dass sie nicht anstatt eines SZ (ß) ein Beta (β) verwenden. Dieser Fehler wird im Ausland immer wieder gemacht. Es handelt sich dabei natürlich nicht um dasselbe Zeichen.
  8. Achte darauf, Versal gesetzte Worte klassischer Schriften etwas kleiner zu setzen und zu sperren. Auch dabei hilft ein GREP-Stil. Dies ist besonders bei Schriften mit historischem Charakter wichtig, bei denen die Großbuchstaben deutlich höher sind als die Kleinbuchstaben.
  9. Verwende bei Fließtext sinnvolle Einzüge, um das Lesen zu erleichtern. Damit kann schneller erfasst werden, wo ein Absatz beginnt und wo ein anderer endet.
  10. Überprüfe Anführungzeichen und passe sie den jeweiligen Landesregeln an. Dabei kann dir diese Liste auf Wikipedia helfen.
  11. Schaue nach, ob Gedankenstriche nicht versehentlich als Divis gesetzt wurden. Es macht nämlich sehr wohl einen Unterschied, ob ein Strich die Länge eines Viertelgevierts (-), die eines Halbgevierts (–), oder die eines Gevierts (—) hat.
  12. Suche Rechtschreibfehler. Im Ernst: Rechtschreibung ist wichtig, denn sie hilft, möglichst schnell Informationen zu vermitteln. Und darum geht es uns ja.
  13. Trenne keine Namen, Daten oder Uhrzeiten, denn sie bilden eine Einheit. Vor allem im Flattersatz sollte dies keine Schwierigkeiten machen.
  14. Unterschneide oder sperre Schrift nicht zu sehr und skaliere sie auch nicht. Der Schriftschöpfer hat sich intensiv mit den Formen und der Laufweite seiner Schrift beschäftigt und sich nicht ohne Grund dafür entschieden, wie sie nun eben sind.
  15. Achte darauf, Nummern korrekt zu gliedern. Dazu gehören Mengenangaben, Kontonummern, Telefonnummern und mehr. Dabei kann dir das Typolexikon helfen und genau so auch der Duden.
  16. Kontrolliere alle Trennungen und achte darauf, dass keine sinnentfremdende dabei ist. Nicht, dass aus einem »Nonnenkloster« ein »Nonnenklo-ster« wird. Oder aus »Urinstinkt« plötzlich »Urin-stinkt«.
  17. Vermeide »Schweizer Trennungen«. Damit ist gemeint, dass am Ende einer Zeilen kein »li« stehen bleiben darf: »Unvermeidli-ches«, beispielsweise. Oftmals gibt es sinnvollere Trennungen, die den Lesefluss weniger stören.
  18. Bedenke Flattersatz. Lege den Satzspiegel so an, dass Flattersatz etwas über die Satzkante herausragen kann. Das ist wichtig, wenn deine optischen Gestaltungslinien funktionieren sollen. Dies ist einer der häufigsten Fehler unter Gestaltern.
  19. Achte darauf, dass dein Zeilenabstand nicht größer ist als der Steg zwischen zwei Textspalten. Denn sonst sieht es so aus, als gehörten die Zeilen zusammen, auch wenn sie sich in zwei verschiedenen Spalten befinden.
  20. Erstelle ein Grundlinienraster, nach dem du deinen Text ausrichten kannst. Wenn du zwischen Absätzen Abstände von halben (Leer)Zeilen verwenden willst, erstelle ein Grundlinienraster mit halbem Abstand (Also beispielsweise 7pt anstatt 14pt).
  21. Achte darauf, dass Seitenzahlen leicht zu finden sind und dem Leser Orientierung bieten.

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Seiten, Elemente und Stand

  1. Achte darauf, Elemente nicht näher als mit 5 Millimeter Abstand am Seitenrand zu platzieren. Der Buchbinder wird es dir danken. Bei der Weiterberarbeitung arbeitet das Papier nämlich, abhängig von seiner Dicke. Und dabei können recht große Differenzen entstehen.
  2. Achte darauf, Elemente nicht zu weit im Bund zu platzieren, damit sie später nicht verschwinden. Bei einer Lay-Flat-Bindung spielt das natürlich keine Rolle. Bei Klebebindungen aber auf jeden Fall.
  3. Achte darauf, dass QR-Codes nicht zu klein abgebildet werden. Im schlimmsten Fall können sie sonst nicht erkannt werden und kommen niemals zum Einsatz.
  4. Arbeite mit einzelnen Seiten und nicht mit Montageflächen, denn die Druckerei erstellt diese selber entsprechend ihrer Notwendigkeit

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Farben

  1. Achte darauf, dass du Sonderfarben korrekt angelegt hast. Denke dir dafür keine eigenen Namen aus (das gibt Ärger mit der Software deiner Druckerei), sondern nimm die genormten Bezeichnungen. Also anstatt »dunkelblau« lieber »HKS 39 K«.
  2. Achte darauf, dass Stanzkonturen, Nut-, Rill- und Perforationslinien überdrucken und als Sonderfarbe deklariert wurden
  3. Achte darauf, dass dein Lack überdruckt und nicht ausspart. Er muss ebenfalls als Sonderfarbe angelegt werden.
  4. Kontrolliere die Farbprofile deiner Bilder. Vor allem wenn deine Arbeit ins Ausland gehen soll, ist dies sehr wichtig, denn dort werden andere Farbprofile und andere Farben verwendet.

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Zu guter letzt

  1. Verschwende keine Zeit, dich selbst zu inszenieren. Gestaltung ist ein Dienst an der Kommunikation und keine Selbstdarstellung.

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